23.10.2019 - 14:00

Informationsnachmittag zu den Schutzmaßnahmen im Keutschacher See. 

 

Mooswinkel 2019 - Hallo, ich bin`s, der neue Praktikant.

11. April 2019

Ich bin jetzt seit knapp über einer Woche hier dabei bei der unterwasserarchäologischen Ausgrabung am Mondsee und ich habe wohl sowas, was von manchen als „Praktikantenglück“ bezeichnet wird. Ich finde die tollsten Sachen in den Schlämmsäcken, gleich am ersten Tag im ersten Schlämmsack, den ich ergriff, sprang mir ein wunderschön verziertes Stück Keramik entgegen. Ich dachte mir, dass das hier alltäglich sei, ist es aber offensichtlich nicht…. :D

Wir finden hier unter anderem Unmengen an Fischschuppen, Haselnüsse bzw. deren Schalen und verkohlte Äpfel welche im Neolithikum, also vor ca. 5.500 Jahren, den hier ansässigen Menschen ins Wasser gefallen sind oder von ihnen entsorgt wurden. So erhält man ein bisschen einen Einblick in die Ernährungsweise der damals hier lebenden Menschen, was ich unglaublich spannend finde.

Zurück zum Praktikantenglück: Erst gestern fand ich in meinem Häufchen im Schlämmsieb das erste Stück Metall dieser Grabung - ein kleines Stück grünlichem Draht welcher Phallusförmig zusammengebogen war. Die Freude war groß, zumindest für ein paar Minuten. Henrik, einer unserer beiden GrabungsleiterInnen, meinte, dass es für ihn sehr neuzeitlich aussieht. Ich nutzte meine Mittagspause für eine kleine Internetrecherche und fand auch schnell Vergleichsstücke: es handelte sich um einen Teil eines sogenannten „Haftel“ - manche kennen vielleicht den Ausdruck „Aufpassen wie ein Haftelmacher“. Die Stücke die ich im Internet fand und die meinem Exemplar äußerst ähnlich waren stammten aus einem spätmittelalterlichen Friedhof der bis ca. 1780 belegt wurde. Nach Gesprächen mit unseren Forschungstauchern stellte sich heraus, dass die Schicht, aus der mein Haftel stammte, direkt an der Grenze zur durchmischten Schicht über unseren Kulturschichten stammte - also schon ein interessanter Fund, aber nicht annähernd so alt wie wir es gern hätten… aber es ist dennoch der erste Metallfund dieser Kampagne! :)

Wenn schon ein Blogbeitrag von mir ins Internet kommt möchte ich an dieser Stelle ganz kurz meine Familie und Freunde grüßen: Hi!

Und noch ganz kurz mein neuster Fund:
Heute Vormittag machten wir uns an die Schlämmsäcke von gestern. Der erste war nicht sonderlich spektakulär. Im zweiten aber fand ich äußerst viele Fischschuppen und nachdem ich etwa die Hälfte des Inhalts durchsortiert hatte, sah ich sie: Ein kleines, schwarzes und rundes etwas. Es glänzte ein bisschen und das Loch in der Mitte war nicht zu übersehen - eine Perle! Es ist erst die zweite schwarze Perle, die wir hier in Mooswinkel gefunden haben, dieses Jahr sogar die erste Perle überhaupt!

Soviel vorerst zu meinem Praktikantenglück und meiner spannenden Zeit hier am Mondsee! :)

 

Zugehöriges Projekt


Forschungen in den Seeufersiedlungen in Attersee und...

Samuel Hageneder studiert Urgeschichte und Historische Archäologie an der Universität Wien und wirkt an der Grabung in Mooswinkel 2019 als Praktikant mit.

Verzierte Keramikscherbe aus Mooswinkel. (Bild: OÖLM - Kuratorium Pfahlbauten)
Verzierte Keramikscherbe aus Mooswinkel. (Bild: OÖLM - Kuratorium Pfahlbauten)
Neuzeitliches Haftl. (Bild: OÖLM - Kuratorium Pfahlbauten)
Neuzeitliches Haftl. (Bild: OÖLM - Kuratorium Pfahlbauten)
Schwarze Perle aus Mooswinkel. (Bild: OÖLM - Kuratorium Pfahlbauten)
Schwarze Perle aus Mooswinkel. (Bild: OÖLM - Kuratorium Pfahlbauten)
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Kommentare

Gespeichert von tombo am

find ich echt toll, was ihr da leistet!!

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Das Kuratorium Pfahlbauten wurde im Jahr 2012 von Bund und Ländern ins Leben gerufen, um den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prehistoric Pile Dwellings around the Alps“ stellvertretend für die Republik Österreich zu betreuen.

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