Unterwasser-Ausgrabung mit „Social Distancing“

17. September 2020

Seit dem Ausbruch der Corona-Epidemie im Februar 2020 wurden zahlreiche staatliche Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Virus in Österreich gesetzt.

Seit Ende April/Anfang Mai 2020 fanden diverse Lockerungen der am 10. und 11. März getroffenen Einschränkungen statt. Aufgrund der ungewissen Entwicklung der Fallzahlen in Österreich und der tatsächlichen Wirkung der verordneten Schutz- und Vorsorgemaßnahmen setzten wir bewusst eine längere Pause der Taucharbeiten auch nach den Lockerungen an.

Nach diesem Zeitraum der Beobachtung und des Krisenmanagements sieht sich das Kuratorium Pfahlbauten nun im Stande die Taucharbeiten unter der Einhaltung bestimmter Schutz- und Vorsorgemaßnahmen wieder fortzusetzen. Seit dem 14. September kommen erneut bundesweite Verschärfungen der geltenden Hygieneauflagen in Österreich zum Tragen. Zudem ist die Corona-Ampel seit 4. September in Betrieb, welche als Grundlage für regionale Präventionsmaßnahmen fungiert. Wir sind uns bewusst, dass COVID-19 als eine schwere Lungenerkrankung im Besonderen die Berufsgruppe der Taucher*innen betrifft. Da die Nachfolgeschäden an der Lunge im Zuge einer COVID-19-Ansteckung noch nicht ausreichend untersucht sind haben wir für unser diesjähriges Team einen konkreten Maßnahmenplan zusammengestellt um das Ansteckungsrisiko möglichst gering zu halten.

Im Vorfeld musste vor allem unser Tauchteam nochmals gesundheitlich durchgecheckt werden. Um sicher zu stellen, dass alle fit sind, wurde eine aktualisierte Tauchtauglichkeitsuntersuchung von unserem Unterwasser-Team gefordert. Alle weiteren Maßnahmen richten sich auf Verhaltensregeln während der Ausgrabung selbst. Diese beinhalten vornehmlich verschärfte Hygienevorschriften, Abstandsregeln und Handlungsanweisungen bei einer Erkrankung bzw. Unwohlsein.

Schweren Herzens müssen wir dieses Jahr auch die üblichen Führungen und Besuche auf unserer provisorischen Forschungsbasis ausfallen lassen. Wir versuchen den Kontakt außerhalb der Grabungsmannschaft auf ein Minimum zu halten, denn wie bereits erwähnt, eine Covid-19-Erkrankung erhöht das Unfallrisiko besonders für unsere Taucher*innen. Wir versuchen dennoch mit unserem Pfahlbauten-Blog, Facebook-Kanal und unserem neuen Instagram-Account Interessierte an unserer Ausgrabung teilhaben zu lassen. Wir geben auch dieses Jahr wieder unser Bestes und berichten gerne über unsere Arbeit.

Zugehöriges Projekt


Forschungen in den Seeufersiedlungen in Attersee und...

Helena Seidl da Fonseca arbeitet seit 2012 beim Kuratorium Pfahlbauten. Sie ist ausgebildete Forschungstaucherin und Grabungsleiterin im Forschungsprojekt Zeitensprung.

Fiebermessen zum Arbeitsbeginn. © Kuratorium Pfahlbauten
Jeder hat sein Plätzchen. Arbeitsplätze mit Sicherheitsabstand im provisorischen Büro vor Ort. © Kuratorium Pfahlbauten
Desinfektionsmittel am Arbeitsplatz, wir bemühen uns um größtmögliche Hygiene. © Kuratorium Pfahlbauten
Mit maximal drei Taucher*innen geht es mit dem Boot zur Fundstelle. © Kuratorium Pfahlbauten
1 von 4

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
Weitere Informationen zur Erhebung und Speicherung ihrer Daten können sie der Datenschutzerklärung entnehmen

Fördergeber

 
Das Kuratorium Pfahlbauten wurde im Jahr 2012 von Bund und Ländern ins Leben gerufen, um den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prehistoric Pile Dwellings around the Alps“ stellvertretend für die Republik Österreich zu betreuen.

Die Fördergeber sind:

Partner und Sponsoren

   
Das UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ wird unterstützt durch: