Welterbefenster Keutschach

Das Welterbefenster zeigt Originalfunde aus der Pfahlbausiedlung Keutschach. Bild: lowfidelity - heavy industries

Wie auch die anderen Fundstellen, die den österreichischen Teil des UNESCO-Welterbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ bilden, ist auch jene im Keutschacher See für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Nicht nur, dass die Siedlungsreste auf einer Untiefe mitten im See, aber versteckt unter Wasser liegen. Um die empfindlichen Hinterlassenschaften der prähistorischen Gesellschaft vor unbedachter Zerstörung und Erosion zu schützen, soll in einem durch Bojen gekennzeichneten Bereich das Schwimmen, Angeln und Bootfahren unterlassen werden. Ebenso besteht ein Tauchverbot an der Fundstelle.

Im Sinne des UNESCO-Welterbegedankens muss aber nicht nur die Stätte bestmöglich geschützt und für kommende Generationen erhalten werden, der Bevölkerung muss auch die Teilhabe und der Zugang zum Kulturerbe ermöglicht werden.

Bei archäologischen Fundorten bietet sich hierzu im ersten Schritt oft eine Ausstellung des Fundmaterials an, lassen sich über diese Hinterlassenschaften doch weitreichende Rückschlüsse über die damaligen Gesellschaften ziehen und damit an heutige Lebenswelten anknüpfen.

Lange geschah dies mit den Keutschacher Funden aufgrund von Standortschließungen und Umbaumaßnahmen leider nicht. Am 3. Österreichischen Welterbetag, dem 18. April 2023 wurde jedoch nach fast dreijähriger Arbeit daran, das sogenannte „Welterbefenster“ im Gemeindeamt von Keutschach eröffnet.

Diese interaktive Vitrine stellt durch technische Kniffe, wie das opake, im erstem Moment undurchsichtige Deckglas, auf dem wellenartig blaues Licht wabert, schon bei der ersten Annäherung die Assoziation zum unter Wasser versteckten, unsichtbaren Welterbe her.

Erst beim Berühren des Touch-Screens, der Entscheidung für eines der fünf Überthemen, werden die entsprechenden Bereiche des Sichtfensters durchsichtig und die Originalfunde können betrachtet werden. In griffigen Texten, untermalt durch Bilder, Videos und Visualisierungen können die Betrachter:innen sich weiter mit dem Leben der urgeschichtlichen Menschen am See beschäftigen, mehr über die lange Forschungsgeschichte der Fundstelle erfahren oder in die Themen UNESCO und Weltkulturerbe eintauchen.

Um sowohl Einwohner:innen unterschiedlicher Herkunft als auch Gästen den Zugang zu den reichhaltigen Informationen zu gewähren wurden sowohl das Interface als auch die Texte auf Deutsch, Englisch und Slowenisch gestaltet.

Das „Welterbefenster“ ist zu den Öffnungszeiten des Gemeindeamtes frei zugänglich. Diese finden Sie auf der Homepage der Gemeinde Keutschach am See.

Wir danken der Gemeinde Keutschach am See, dem Land Kärnten und dem Kärnten.Museum, sowie der Familie Meßner für die Unterstützung.

Für die gute Zusammenarbeit danken wir außerdem Barbara Wais von drahtzieher (Grafik), Leopold Maurer (Illustrationen), lowfidelity – heavy.industries (Programmierung, Technik und Screendesign) und Alexander Kubik (Vitrinendesign).

Besucher:innen können interaktiv verschiedenen Aspekte des Lebens vor 6000 Jahren entdecken. Bild: lowfidelity - heavy industries

Bilder: lowfidelity - heavy industries

Fördergeber

 
Das Kuratorium Pfahlbauten wurde im Jahr 2012 von Bund und Ländern ins Leben gerufen, um den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prehistoric Pile Dwellings around the Alps“ stellvertretend für die Republik Österreich zu betreuen.

Die Fördergeber sind:

Partner und Sponsoren

   
Das UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ wird unterstützt durch: