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Monitoring - Steganlage Seewalchen am Attersee

Unterwasserarchäologisches Monitoring im Bereich der neuen Steganlage Seewalchen 2014-2019
 
Die Gemeinde Seewalchen am Attersee errichtete im Zeitraum 2013/2014 eine neue Steganlage für die Attersee-Schifffahrt im Bereich der bekannten Seeufersiedlung Seewalchen I. Um die eventuellen Auswirkungen des Schiffsverkehrs in diesem Bereich erfassen zu können, bedarf es eines Monitorings, d.h. einer regelmäßigen Zustandskontrolle der Fundstelle. Eine Auflage zur Erteilung der Baubewilligung durch das Bundesdenkmalamtes, Abteilung für Bodendenkmalpflege war die Einrichtung eines Monitoringsystems zur Langzeitkontrolle des Unterwasserdenkmals mit standardisierten Methoden. Im Auftrag der Gemeinde Seewalchen führte das Kuratorium Pfahlbauten diese Maßnahme im Zeitraum vom 07.04. bis zum 12.04.2014 durch. Die bis 2019 regelmäßig durchzuführenden Zustandskontrollen werden das Ausmaß der Veränderungen am Seegrund aufzeigen.
 
Das Monitoring besteht aus zwei Elementen: 1. fotografische Zustandsdokumentation und verbale Beschreibung. 2. Ablesung der Seegrundveränderungen an den Erosionsmarkern. Je nach Untergrund wurden zwei verschiedene Erosionsmarker verwendet: Für den weichen Seegrund wurden 1 m lange Hartholzpflöcken verwendet, welche im oberen Bereich mit drei 10 cm Markierungen versehene wurden. Diese Hartholzpflöcke wurden bis 10 cm unter Oberkante in das Sediment getrieben und ermöglichen eine genaue Ablesung der Erosions- bzw. Sedimentationsvorgänge. In den Bereichen mit Schottersedimenten mussten Eisenstangen verwendet werden. Das Setzen der insgesamt 72 Erosionsmarker für die Hauptfläche erfolgte in sechs Fluchten, die jeweils 10 m auseinanderliegen und eine Länge von 100 m aufweisen, so dass eine Fläche von 6000 m² erfasst wird. Zusätzlich wurde eine Referenzfläche mit Erosionsmarkern ausgestattet, um im Ausschlussverfahren die künstlichen von natürlichen Erosionsfaktoren unterscheiden zu können. Die Referenzfläche besteht aus neun Erosionsmarkern in drei Fluchten mit jeweils 3 Markern alle 10 m, so dass eine Fläche von 900 m² erfasst wurde. Um Einblicke in die Stratigrafie und Kulturschichtausdehnung zu gewinnen, erfolgte außerdem die Entnahme von neun Sedimentkernproben. 
 
Die Zustandsbeurteilung der Prospektionsfläche zeigte eine Überdeckung durch Steine und Sand mit einer Stärke von 5-10 cm. Unter dieser sehr dünnen Deckschicht trat überall Kulturschicht zu Tage. Erkennbar waren einzelne Pfähle, Keramikbruchstücke, Holzkohle, Haselnussschalen. Diese dünne Deckschicht ist während der ersten Saison 2014 im direkten An- und Ablegebereich der Attersee-Schifffahrt weitgehend verschwunden. Die Kulturschicht liegt jetzt frei und sollte dringend fachgerecht dokumentiert und anschließend abgedeckt werden.
 
H. Pohl, 2015-04-20

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Das Kuratorium Pfahlbauten wurde im Jahr 2012 von Bund und Ländern ins Leben gerufen, um den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prehistoric Pile Dwellings around the Alps“ stellvertretend für die Republik Österreich zu betreuen.

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