Kuratorium Pfahlbauten - Burgring 7, 1010 Wien
Tel.: +43 (0) 1 521 77 295, Email: info@pfahlbauten.at

Monitoring - Abtsdorf III am Attersee

Die Station Abtsdorf III ist eine seit 1979 bekannte neolithische Seeufersiedlung im nordwestlichen Bereich des Attersees in Oberösterreich. Durch eine sich nordöstlich in den See hinausziehende Landzunge (genannt Teufelsbrücke) wird eine Flachwasserbucht gebildet. Südlich dieser Landzunge befinden sich die Überreste der Seeufersiedlung Abtsdorf III. 
 
Die heute noch fassbaren Überreste der Station Abtsdorf III liegen auf einer leicht abfallenden Strandplatte am nordwestlichen Ufer des Attersees in einer Wassertiefe von 1,5 m bis 2 m. Im gesamten Gebiet findet sich eine komplette Abdeckung der ehemaligen Siedlung, das bedeutet oberflächlich waren keine Artefakte, eindeutig prähistorische Pfähle oder Kulturschicht sichtbar. Erst die Kernproben brachten Aufschluss über die darunter liegende Kulturschicht. Sie ist in den Kernproben 3 und 4 als dünnes Band aus verbraunter Seekreide und Holzkohlefitter erkennbar. Diese Schicht ist nur 3 bis 5 cm stark und fällt durch das Fehlen der sonst üblichen dunkelbraunen Detritusschicht auf. In der Kernprobe 3 konnte ein vollständiger Pfahl mit einem Durchmesser von 6 cm und einer Länge von 34 cm erfasst werden. 
 
Das Niveau der ehemaligen Siedlungsfläche zeigt sich aus der Wassertiefe und den über der Kulturschicht befindlichen Seekreideschichten. Bei der Kernprobe 3 ergibt sich ein Wert von -2,36 m; bei Kernprobe 4 ein Wert von -2,10 m unter heutigem Wasserspiegel. Im Vergleich zu den Siedlungsniveaus von Litzlberg-Süd mit bis zu -3,73 m scheint die ebenfalls neolithische Siedlung Abtsdorf III relativ flach gestanden zu haben.
Die stratigrafischen Verhältnisse im Untersuchungsgebiet lassen sich wie folgt beschreiben: Unter dem Wasserkörper befindet sich die Schichteinheit - SE 1 als Steinschüttung und die Deckschicht SE 2 im westlichen Bereich. Der gesamte östliche Bereich ist überdeckt mit der SE 3 postneolithische Seekreide. Darunter erstreckt sich die Kulturschicht SE 4 mit einer Mächtigkeit bis zu 5 cm. Die Pfähle der SE 5 befinden sich innerhalb der Kulturschicht bis in die SE 6 hinein. Unter der Kulturschicht befinden sich die SE 6 Seekreide präneolithisch. Insgesamt lässt sich der Station Abtsdorf III ein sehr guter Erhaltungszustand bescheinigen. Durch die starke Überdeckung mit Armleuchterlagen und Seekreide erscheint sie momentan wenig gefährdet. Allein die sich tief in das Sediment eingrabenden Bojenketten der Segelschiffbojen bereiten Probleme. 
 
Die regelmäßigen Monitoringeinsätze des Kuratoriums Pfahlbauten dienen der Langzeitkontrolle dieses Unterwasserdenkmals. Dadurch lassen sich aktuelle Gefährdungen dieses UNESCO-Weltkulturerbes erkennen und zeitgerecht Gegenmaßnahmen einleiten.

Fördergeber

 
Das Kuratorium Pfahlbauten wurde im Jahr 2012 von Bund und Ländern ins Leben gerufen, um den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prehistoric Pile Dwellings around the Alps“ stellvertretend für die Republik Österreich zu betreuen.

Die Fördergeber sind:

Partner und Sponsoren

   
Das UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ wird unterstützt durch: