16.06.2018 (Ganztägig)

Im Europäischen Kulturerbejahr feiern Oberösterreich und Kärnten gemeinsam.

Am 16. Juni 2018 starten zeitgleich um 11.00Uhr vormittags in Keutschach am See und in Mondsee die beiden UNESCO-Welterbefeste zu Ehren der Pfahlbauten. 

Monitoring - Abtsdorf I am Attersee

Die Station Abtsdorf I ist eine seit 1963 bekannte neolithische Seeufersiedlung im nordwestlichen Bereich des Attersees in Oberösterreich. Keramikfunde ließen auf eine neolithische sowie bronzezeitliche Datierung schließen. 
Die heute noch fassbaren Überreste der Seeufersiedlung Abtsdorf I befinden sich auf Untiefe am nordwestlichen Ufer des Attersees in einer Wassertiefe von 2,1 m bis 2,8 m. Diese Untiefe wird durch eine sich in den See hinausziehende Landzunge (genannt Teufelsbrücke) gebildet. Auf Grund des bisher postulierten prähistorisch niedrigeren Wasserstands, kann angenommen werden, dass sich diese Siedlung ehemals auf einer Halbinsel befand. Diese Halbinsel war zwar den Naturelementen stärker ausgesetzt, bot aber auch größeren Schutz gegenüber Feinden. An den Rändern der Untiefe wurden einige Pfähle entdeckt. Oberflächenfunde aus abgerollten Keramikfragmenten konnten im mittleren Bereich der Untiefe erkannt werden. In den Kratern, die durch Ankerketten von Segelschiffbojen verursacht werden, konnte mehrfach offen liegende Kulturschicht mit Hölzern und zahlreichen Funden beobachtet werden. 
 
Einen deutlichen Aufschluss über die stratigrafischen Verhältnisse erbrachten die Sedimentkernproben. Die Bohrflucht 1 mit insgesamt elf Kernproben wurde entlang der Grundlinie, also im mittleren Siedlungsbereich angelegt. Das Niveau der Kulturschicht liegt zwischen 2,30 m und 2,55 m unter dem heutigen Seewasserspiegel des Attersees. Aktuelle Forschungsergebnisse erbrachten mit Hilfe der Radiokarbonmethode (C14-Datierung) eine Neudatierung der Siedlung in die Zeit um 1650 v.Chr.. Diese Zeit  im Übergang von der Frühbronzezeit zur Mittelbronzezeit war z.B. im Mittelmeer geprägt durch die Hochkulturen auf Kreta sowie im Alten Ägypten. Außerdem ließen erste Auswertungsergebnisse der Pflanzenfunde ein breit gefächertes Kultur- und Wildpflanzenspektrum erkennen. Bisher eindeutig nachgewiesene Nutzpflanzen wie Dinkel oder Flachs sind charakteristisch für die frühbronzezeitliche Landwirtschaft. Darüber hinaus gehörte Holunder, Hasel und Brombeere zu den genutzten Pflanzen der bronzezeitlichen Bevölkerung am Attersee (M.-C. Ries).
 
Das Gefährdungspotenzial für diese prähistorische Seeufersiedlung liegt einerseits in der natürlich Erosion, die auf Grund der exponierten Lage auf eine Halbinsel besonders beobachtet werden muss. Akut ist die Gefährdung der Siedlungsreste durch das Aufbrechen der schützenden Deckschichten durch die Ketten der Segelbojen. Im Jahr 2015 ist ein Pilotprojekt am Attersee  mit dem Titel „denkmalgerechte Ankerbojen“ gestartet worden, um durch das Einfügen von Zwischenbojen den Seegrund vor weiteren Zerstörungen zu schützen.
Mit dieser Prospektionskampagne des Kuratoriums Pfahlbauten wurde begonnen, ein Monitoring zur Langzeitkontrolle der Unterwasserdenkmale mit standardisierten Methoden aufzubauen. Weitere Schritte wie die weitere Erfassung der Kulturschichtausdehnung und der Stratigrafie durch Kernbohrungen und ein Ausbau des Erosionsmarkersystems folgen.

Fördergeber

 
Das Kuratorium Pfahlbauten wurde im Jahr 2012 von Bund und Ländern ins Leben gerufen, um den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prehistoric Pile Dwellings around the Alps“ stellvertretend für die Republik Österreich zu betreuen.

Die Fördergeber sind:

Partner und Sponsoren

   
Das UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ wird unterstützt durch: