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Jahresrückblick 2017: Das Monitoring der UNESCO - Welterbestätte See/Mondsee

26. Dezember 2017

Im Jahr 2017 fanden insgesamt drei Betauchungen bzw. Prospektionen der Station See statt Dabei wurden jeweils ausführliche Fotodokumentationen des oberflächlichen Zustands und eine Ablesung der 33 Erosionsmarker durchgeführt. Da die bisherigen Nummerierungen der Marker kaum noch lesbar waren, sind alle auf ein einheitliches Markierungs- und Zahlensystem mit gelben Kunststoffmarken umgestellt worden. Es wurde entlang der fünf Fluchten ein durchlaufendes Seil gespannt, das für die Orientierung unter Wasser dauerhaft dort verbleiben soll.

Entlang der Flucht II sind sieben Kernproben genommen und dokumentiert worden. Dabei wurde erkannt, dass sich noch Kulturschicht in der Kernprobe II-10, also direkt innerhalb der Abzugsrinne zur Seeache, befindet. Ob es sich dabei um in situ gewachsene oder um sekundär verlagerte Kulturschicht handelt, ist schwer zu entscheiden. Eine Holzprobe ist zu Datierungszwecken entnommen worden. Jedenfalls bieten diese neuen Daten eine Diskussionsgrundlage bezüglich der Ausdehnung der Station bzw. der Verlagerung des Seeabflusses.

Insgesamt war der Zustand der Station See gegenüber der Letztbesichtigung im Jahr 2016 relativ unverändert. Es zeigten sich keine Aufwühlungen oder massive Erosionserscheinungen. Wie in den Jahren zuvor liegt unter der dünnen Deckschicht von ca. 2 cm die Kulturschicht mit vereinzelt Knochen, Keramikfunden und L-Hölzern offen. Im Sommer bis in den Herbst hinein war die Oberfläche stark mit Pflanzen bewachsen. Auch wenn der Bewuchs oberflächlich einen gewissen Schutz darstellt, beeinträchtigt die Durchwurzelung der Kulturschichten deren Erhalt doch sehr.

Der Grabungsschnitt von J. Offenberger aus den achtziger Jahren erodiert an den Rändern. Eine Sicherung dieses Einschnittes ist in nächster Zeit notwendig. Die Sichtung der Erosionsmarker zeigte keine gravierenden Änderungen; es gibt Gebiete mit leichter Erosion sowie Gebiete mit leichter Sedimentation. Insgesamt zeigt sich eine Sedimentation im nordwestlichen Uferbereich sowie eine Erosion im mittleren und südlichen Bereich. Die Erosion beträgt dabei meist zwischen 2 und 4 cm seit Beginn der Aufzeichnung 2013. Allerdings geht die Tendenz eindeutig in Richtung Erosion.

Der größere Bereich der Station See ist damit durch einen, wenn auch geringen Substanzverlust bedroht. Die Lokalisierung des Erosionsbereichs im Nahbereich der Abzugsströmung durch die Seeache beleuchtet zugleich auch die Hauptursache der mangelnden Resuspension. Das durch Wellen und Strömung aufgewirbelte Sediment kann sich nicht wieder absetzen, sondern wird durch die Strömung der Seeache abtransportiert. An dieser Ursache sollte auch die Planung von Sicherungsmaßnahmen ansetzen.
 

Der Pfahlbauten-Blog ist nominiert.

Henrik Pohl ist als Site Manager des Kuratoriums Pfahlbauten in Oberösterreich für das UNESCO-Welterbe der Prähistorischen Pfahlbauten zuständig.

Neue Nummerierungen an den Erosionsmarkern der Siedlung See im Mondsee. (Bild: Kuratorium Pfahlbauten)
Neue Nummerierungen an den Erosionsmarkern der Siedlung See im Mondsee. (Bild: Kuratorium Pfahlbauten)
Henrik Pohl beim Auftauchen während des Monitorings an der Siedlung See im Mondsee. (Bild: Kuratorium Pfahlbauten)
Henrik Pohl beim Auftauchen während des Monitorings an der Siedlung See im Mondsee. (Bild: Kuratorium Pfahlbauten)
Das Team während des Monitorings an See im Mondsee. (Bild: Kuratorium Pfahlbauten)
Das Team während des Monitorings an See im Mondsee. (Bild: Kuratorium Pfahlbauten)
Henrik Pohl berichtet Cyril Dworsky vor Ort von den Ergebnissen des Monitorings. (Bild: Kuratorium Pfahlbauten)
Henrik Pohl berichtet Cyril Dworsky vor Ort von den Ergebnissen des Monitorings. (Bild: Kuratorium Pfahlbauten)
Die Pfahlbausiedlung See im Mondsee. (Bild: Kuratorium Pfahlbauten)
Die Pfahlbausiedlung See im Mondsee. (Bild: Kuratorium Pfahlbauten)
Vermessungsrahmen der Grabungen von Offenberger an der Pfahlbausiedlung See im Mondsee. (Bild: Kuratorium Pfahlbauten)
Vermessungsrahmen der Grabungen von Offenberger an der Pfahlbausiedlung See im Mondsee. (Bild: Kuratorium Pfahlbauten)
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Das Kuratorium Pfahlbauten wurde im Jahr 2012 von Bund und Ländern ins Leben gerufen, um den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prehistoric Pile Dwellings around the Alps“ stellvertretend für die Republik Österreich zu betreuen.

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