AKUWA – Was ist das?

17. Oktober 2019

AKUWA ist das Akronym des Arbeitskreises für Unterwasser-Archäologie, der letzte Woche seine 25.Tagung in Konstanz am Bodensee veranstaltete. Aber wer ist dieser Arbeitskreis? 

Wenn man nach der AKUWA im Internet recherchiert finden sich die ein oder anderen Tagungsprogramme und Ankündigungen von früheren Veranstaltungen, aber kaum etwas über den Arbeitskreis selbst. Es erweckt den Anschein als handle es sich um eine kleine Gruppe und eine eher geschlossene Veranstaltung - dem ist aber gar nicht so!

Begonnen hatte alles vor besagten 25 Jahren. In diesem Jahr wurde der Arbeitskreis von der Kommission für Unterwasserarchäologie (KUWA) gegründet. Die KUWA ist beratend innerhalb des Verbandes der Landesarchäologen in Deutschland tätig. Es waren aber die ArchäologInnen gemeinsam mit SporttaucherInnen die sich mit dem Denkmalschutz und der Untersuchung von Unterwasserfundstellen beschäftigten und deshalb  diesen Arbeitskreis gründeten.

Diese Gruppe an SpezialistInnen und InteressentInnen hatte erkannt, dass sie bei ihrer täglichen Arbeit mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen hatten. Man verspürte das rege Bedürfnis nach einem regelmäßigen Austausch und dem Aufbau eines Netzwerkes. Aus diesem Grund wurde auch von Anfang an der Kreis erweitert und KollegInnen aus dem benachbarten Ausland wurden als externe ExpertInnen Mitglieder der Kommission und nahmen auch an den AKUWA-Tagungen teil. Die Gründung der Komission (KUWA) und des Arbeitskreises (AKUWA) ist eng mit den Pionieren der Unterwasserarchäologie im mittel- und nordeuropäischen Raum verbunden. Helmut Schlichtherle, Ulrich Ruoff, Ole Crumlin-Pedersen und Thijs Maarleveld gehörten von Anfang an zu den Förderern dieser Idee. Es entstand ein Arbeitskreis und die (meist) deutschsprachige Fachtagung zur Unterwasserarchäologie. Begleitet wurde die Tagung durch eine eigene Publikationsreihe, das Nachrichtenblatt des Arbeitskreises für Unterwasserarchäologie (NAU), das dieses Jahr seine 18te Ausgabe feierte. 

Die AKUWA hat ungefähr 100 registrierte Mitglieder, von LandesdenkmalpflegerInnen, freischaffenden UnterwasserarchäologInnen bis hin zum/r SporttaucherIn. Die AKUWA-Tagungen sind aber nicht nur Mitgliedern vorbehalten, sie können von jedem/r besucht werden. Man muss nur wissen wann und wo sie stattfinden. Diese Informationen werden intern weiter gegeben mit der Bitte die Tagung unter InteressentInnen zu verbreiten. Dieses Jahr wurde vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart im Fachbereich für Feuchtbodenarchäologie nach Konstanz eingeladen. Julia Goldhammer, Renate Ebersbach und Friedrich Lüth kümmerten sich um die Organisation der Veranstaltung. 

Einige wenige österreichische Enthusiasten am Thema Unterwasserarchäologie nahmen schon bald nach der Gründung an den AKUWA-Tagungen teil. Eine erste enge Beteiligung an der programmatischen Entwicklung wurde aber erst durch die Organisation einer der Tagungen Anfang der 2000er Jahre in Mondsee durch Thomas Reitmaier und der Universität Innsbruck geschaffen. Seit damals gab es fast jedes Jahr auch eine kleine österreichische Delegation und seit 2014 sind auch wir durch Cyril Dworsky in der KUWA vertreten. Als deutschsprachiges Land mit einer immer lebhafter werdenden Unterwasserarchäologie, wollen wir uns durch diese Mitarbeit stärker für bessere Bedingungen der Forschung unter Wasser einbringen. 

Wie erwähnt, waren wir schon seit Anfang an durch österreichische KollegInnen mit Beiträgen bei der AKUWA vertreten. Die AKUWA ist ein jährlicher Fixpunkt und wird das auch hoffentlich bleiben. Letztes Jahr präsentierte Henrik Pohl unsere Denkmalschutzmaßnahmen und das Monitoring des Kuratoriums Pfahlbauten an den UNESCO-Welterbestätten in Österreich. Dieses Jahr konnten Henrik Pohl und Helena Seidl da Fonseca die Unterwasserausgrabungen aus Oberösterreich im Projekt Zeitensprung vorstellen.

Zukünftig soll es eine eigene Website (www.unterwasserarchaeologie.net) über die AKUWA geben auf welcher Informationen zu Veranstaltungen, aber auch Gesetzesregelungen und Richtlinien zum Thema Archäologie unter Wasser und Denkmalschutz von Unterwasserarchäologischen Fundstellen aufgerufen werden können. Dann können wir mehr über den Arbeitskreis, dessen Arbeit und vor allem der Unterwasserarchäologie in den transalpinen Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz erfahren. Bis dahin wollen wir dem Ruf nach Verbreitung des nächsten Tagungstermins nachkommen: 2020 wird die AKUWA-Tagung wieder in Deutschland stattfinden. Dieses Mal im hohen Norden, in Kiel an der Ostsee/Nordsee, vom 23.-24. November 2020.

Bei Interesse an Informationen zu den Tagungen bitten wir um eine Nachricht, damit wir die Kontaktdaten an die zuständigen KollegInnen in der KUWA weiterleiten können. 

Henrik Pohl ist als Site Manager des Kuratoriums Pfahlbauten in Oberösterreich für das UNESCO-Welterbe der Prähistorischen Pfahlbauten zuständig.

Helena Seidl da Fonseca arbeitet seit 2012 beim Kuratorium Pfahlbauten. Sie ist ausgebildete Forschungstaucherin und Grabungsleiterin im Forschungsprojekt Zeitensprung.

Cyril Dworsky ist der Geschäftsführer des Kuratoriums Pfahlbauten, dem nationalen Management des UNESCO-Welterbes "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen".

Führung durch das Landesamt für Denkmalpflege in Hemmenhofen. Foto: Helena Seidl da Fonseca
Führung durch das Landesamt für Denkmalpflege in Hemmenhofen. Foto: Helena Seidl da Fonseca
Die Denkmalpflege in Hemmenhofen hat einen Schwerpunkt in Unterwasserarchäologie. Foto: Helena Seidl da Fonseca
Die Denkmalpflege in Hemmenhofen hat einen Schwerpunkt in Unterwasserarchäologie. Foto: Helena Seidl da Fonseca
Hemmenhofen betreut jedoch auch Landgrabungen in seinem Verwaltungsgebiet. Foto: Helena Seidl da Fonseca
Hemmenhofen betreut jedoch auch Landgrabungen in seinem Verwaltungsgebiet. Foto: Helena Seidl da Fonseca
Bei der Anzahl an Fundstellen braucht es viel Platz zur Lagerung des archäologischen Materials. Foto: Helena Seidl da Fonseca
Bei der Anzahl an Fundstellen braucht es viel Platz zur Lagerung des archäologischen Materials. Foto: Helena Seidl da Fonseca
Hemmenhofen ist ein Kompetenzzentrum indem auch dendrochronologische Untersuchungen vorgenommen werden. Foto: Helena Seidl da Fonseca
Hemmenhofen ist ein Kompetenzzentrum indem auch dendrochronologische Untersuchungen vorgenommen werden. Foto: Helena Seidl da Fonseca
Konstanz am Bodensee - Tagungsort der AKUWA 2019. Foto: Helena Seidl da Fonseca
Konstanz am Bodensee - Tagungsort der AKUWA 2019. Foto: Helena Seidl da Fonseca
Im Konzil von Konstanz wurden die Tagung abgehalten. Foto: Helena Seidl da Fonseca
Im Konzil von Konstanz wurden die Tagung abgehalten. Foto: Helena Seidl da Fonseca
Helena Seidl da Fonseca bei der Vorstellung des Kuratoriums Pfahlbauten. Foto: Gerd Knebel
Helena Seidl da Fonseca bei der Vorstellung des Kuratoriums Pfahlbauten. Foto: Gerd Knebel
Henrik Pohl präsentierte das Forschungsprojekt Zeitensprung. Foto: Gerd Knebel
Henrik Pohl präsentierte das Forschungsprojekt Zeitensprung. Foto: Gerd Knebel
Stadtführung durch Konstanz. Foto: Helena Seidl da Fonseca
Stadtführung durch Konstanz. Foto: Helena Seidl da Fonseca
Die Stadt Konstanz hat so einige interessante Orte zu bieten. Foto: Henrik Pohl
Die Stadt Konstanz hat so einige interessante Orte zu bieten. Foto: Henrik Pohl
Unterwasserarchäologe Martin Mainberger zeigt uns die Pfahlbausiedlungen vor Konstanz. Foto: Henrik Pohl
Unterwasserarchäologe Martin Mainberger zeigt uns die Pfahlbausiedlungen vor Konstanz. Foto: Henrik Pohl
Die Pfahlbauten im Bodensee - auch hier ein unsichtbares UNESCO-Welterbe. Foto: Helena Seidl da Fonseca
Die Pfahlbauten im Bodensee - auch hier ein unsichtbares UNESCO-Welterbe. Foto: Helena Seidl da Fonseca
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Das Kuratorium Pfahlbauten wurde im Jahr 2012 von Bund und Ländern ins Leben gerufen, um den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prehistoric Pile Dwellings around the Alps“ stellvertretend für die Republik Österreich zu betreuen.

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