30.03.2020 - 18:00

Einführung und Vorstellung des intera

Was die Spirale mit den Pfahlbauten und Keutschach zu tun hat

3. Dezember 2015

Es gibt unzählige Erfindungen, die in der Jungsteinzeit gemacht wurden und die wir heute noch nützen und benützen. Nicht erst seit dem 21. Jahrhundert verzieren Menschen ihre Körper. Bodypainting und Tätowierungen waren schon in der Steinzeit à la mode. Der Alleskleber war ebenfalls schon bekannt. Birkenpech war der UHU der Steinzeit. Ab und zu wurde das Birkenpech auch gekaut, wie Zahnabdrücke belegen. Das Spiralmuster war ein weit verbreitetes Motiv. Ganz besonders verblüffend sind die Parallelen zwischen den Kupferspiralen vom Mondsee und denjenigen vom Niederwil/Gachnang-Egelsee in der Schweiz. Steinzeitliche Spiralmuster finden sich auch auf Tongefäßen aus dem Keutschacher See. Alle drei hier genannten Fundorte sind UNESCO-Welterbestätten.

Das wussten sie nicht? Da haben sie etwas versäumt und waren nicht beim Vortrag von Urs Leuzinger: „Pfahlbauer – Erfinder der Zukunft“ am 20. November 2015 im Schloss-Stadel in Keutschach. Urs Leuzinger ging mit den BesucherInnen auf eine spannende und humorvolle Zeitreise und begeisterte dabei sein Publikum.

Aber ist ein Vortrag nicht eigentlich etwas Abgehobenes, Wissenschaftliches, Antiquiertes? Heute in der Zeit des Internets und des Handys? Haben sie selbst für sich nicht schon einmal gedacht: ein Vortrag, naja, da muss ich nicht unbedingt hin? Aber kann eine Rede zum Thema Pfahlbauten die Kärntner und Kärntnerinnen vom Hocker reißen?

Ja das geht und Urs Leuzinger hat den Beweis dafür geliefert! In einen Interview erklärte er seine Beweggründe und seine Begeisterung für Vorträge. Urs Leuzinger meinte: „Ich liebe es Vorträge zu halten, weil für mich ist Archäologie das Tollste, was es gibt, und wenn man das vermitteln darf und dann noch vor einem großen Publikum, das sich auch für Archäologie interessiert, dann ist das wie als Fisch schwimmen im See ... Ja ich bin eine Rampensau, ich liebe es.“

Was hat nun die Spiralverzierung aus der Steinzeit mit dem Keutschach von Heute zu tun? Zur Zeit der Keutschacher Pfahlbauer waren Spiralmuster auf Tongefäßen eingedrückt und es gab Kupferspiralen als Schmuck. 2013 wurde in Keutschach der mit 100 m höchste Holz-Aussichtsturm der Welt am Pyramidenkogel eröffnet. Im Inneren der beeindruckenden Konstruktion windet sich die höchste überdachte Rutsche Europas herab. Natürlich in Spiralform! Und wer weiß, vielleicht gibt es demnächst in Keutschach einen Pfahlbau-Pavillon in Spiralarchitektur?

Die Vortragsreihe „UNESCO-Welterbe Pfahlbauten – das unsichtbare Welterbe“ wird auch nächstes Jahr in Keutschach fortgesetzt. Kommen Sie und lassen Sie sich vom Hocker reißen.

 

Lieselore Meyer ist als Site Managerin des Kuratoriums Pfahlbauten in Kärnten für das UNESCO-Welterbe der Prähistorischen Pfahlbauten zuständig.

Urs Leuzinger beim Vortrag im Keutschacher Schlossstadel. (Bild: Michael Tavernaro - Kuratorium Pfahlbauten)
Urs Leuzinger beim Vortrag im Keutschacher Schlossstadel. (Bild: Michael Tavernaro - Kuratorium Pfahlbauten)
Urs Leuzinger auf dem Pyramidenkogel in Keutschach (Bild: Michael Tavernaro - Kuratorium Pfahlbauten)
Urs Leuzinger auf dem Pyramidenkogel in Keutschach (Bild: Michael Tavernaro - Kuratorium Pfahlbauten)
Urs Leuzinger, Lieselore Meyer und Bürgermeister Dovjak. (Bild: Michael Tavernaro - Kuratorium Pfahlbauten)
Urs Leuzinger, Lieselore Meyer und Bürgermeister Dovjak. (Bild: Michael Tavernaro - Kuratorium Pfahlbauten)
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