Ein Steinzeitgarten in Attersee

18. Dezember 2016

Als promovierte und habilitierte Pharmazeutin hat die prähistorische Zeit um 4000 v.Chr. besondere Bedeutung für meinen Ruhestand am Attersee erhalten, gekennzeichnet durch die Aktivitäten der MitarbeiterInnen des Kuratorium Pfahlbauten und den Verein Pfahlbau am Attersee. Auf Basis von Schulungen durch sachkundige Personen und Gesprächen mit WissenschaftlerInnen der Archäologie und ihrer nahestehenden Disziplinen war es mir möglich, mein wissenschaftliches pharmazeutisches Wissen mit dem der archäologischen Erkenntnisse zu verbinden. Als Symbiose entwickelte sich die Pflanzenkunde und ihre Bedeutung in der Stein- und Bronzezeit hinsichtlich Ernährung, medizinische Wirkung und praktische Anwendung für das tägliche Leben.

Mit viel Freude und Elan habe ich demzufolge mit der Planung einer Gartenanlage begonnen und Überlegungen angestellt, welche Pflanzen auch vor ca. 6000 Jahre in unserem Gebiet gewachsen sind und woher sie kamen. Es sind Listen mit Pflanzen entstanden, die von Fachleuten verschiedener Universitäten in Österreich und Deutschland beurteilt wurden, ob sie auch wirklich in unseren Breiten gewachsen sind. Darüber hinaus war die Anforderung an den zu erstellenden steinzeitlichen botanischen Garten insoweit sehr groß, als  nur eine bestimmte Fläche in Pavillonnähe  in Attersee zur Verfügung stand, auf der beispielhaft alle wesentlichen Pflanzen darzustellen waren, die einen umfassenden Überblick über das Leben in einer Pfahlbausiedlung widerspiegeln sollten.

Nun war es nach einem Jahr der Vorbereitung soweit, dass die Pflanzen für die Bereiche Ernährung, medizinische Wirkung und Herstellung von Kleidungsstücken aus Flachs und Leinen einschließlich der Verwendung von pflanzlichen Farbstoffen festgelegt waren. Der nächste zu bewältigende Schritt war die Beschaffung geeigneter Samen und Pflanzen, die auch die ursprüngliche Art des prähistorischen Zeitalters repräsentieren. Im Frühjahr 2016 wurde mit  der Bepflanzung der Gartenfläche unter Berücksichtigung des Verwendungszweckes nach heutigen Kenntnissen der Inhaltsstoffe durchzuführen.

40 Pflanzen aus der Stein- und Bronzezeit hatten nun die Aufgabe sich nach ihren botanischen Vorgaben zu entwickeln. So konnten wir bei den Führungen alle Stadien des Wachstums je nach Art der Pflanze, wie prächtige Blütezeit, Entwicklung der Früchte und deren Ernte beobachten, und uns an der Pracht der verändernden Pflanzen  im Wechsel der Jahreszeiten erfreuen. Der Ersatz der einjährigen Pflanzen mit einigen Ergänzungen wird zurzeit für 2017 vorbereitet.
 
Die Bedeutung der Inhaltsstoffe und die daraus abzuleitende Zweckbestimmung werden in der Broschüre deutlich, die den Besuchern bei Führungen des Vereins Pfahlbau am Attersee durch den Steinzeitgarten zur Verfügung gestellt wird. Sie ist auch detailliert auf den Seiten von AtterWiki zu finden. Die Mehrfachfunktionen wie Ernährung und medizinische Wirkung finden wir heute in unseren Nahrungsergänzungsmitteln wieder.
 

 

Der Pfahlbauten-Blog ist nominiert.

Helga Oeser ist habilitierte Pharmazeutin und am Attersee als Pfahlbau-Vermittlerin tätig.

Der Steinzeitgarten am Pfahlbau-Pavillon in Attersee. (Bild: H. Oeser)
Der Steinzeitgarten am Pfahlbau-Pavillon in Attersee. (Bild: H. Oeser)
Eine Führung im Steinzeitgarten am Pfahlbau-Pavillon in Attersee. (Bild: H. Oeser)
Eine Führung im Steinzeitgarten am Pfahlbau-Pavillon in Attersee. (Bild: H. Oeser)
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