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Ein Forschungsprojekt zur digitalen Dokumentation und dem gemeinsamen Schutz von Österreichs Kulturerbe unter Wasser.
Sonarprospektion am Attersee, April 2026
Immo Trinks
Laufend
Wien
Forschung
Aqua Cultural Heritage

Aqua Cultural Heritage erforscht und dokumentiert Österreichs Kulturerbe unter Wasser. Das Projekt verbindet digitale Archäologie, Denkmalschutz und Citizen Science, um Fundstellen in Seen und Flüssen systematisch zu erfassen, Gefährdungen sichtbar zu machen und langfristige Schutzstrategien zu entwickeln.

Ein Forschungsprojekt zur digitalen Dokumentation und dem gemeinsamen Schutz von Österreichs Kulturerbe unter Wasser.

Aqua Cultural Heritage

Die Gewässer Österreichs – Seen und Flüsse – sind wahre Archive. Sie bewahren Spuren menschlicher Geschichte über Jahrtausende. Diese sind jedoch verborgen, fragil und zunehmend bedroht.

Versteckt unter der Wasseroberfläche befinden sich beispielsweise die Überreste prähistorischer Siedlungen, urgeschichtliche und historische Wasserfahrzeuge, römische Anlagen und weitere kulturhistorische Zeugnisse. Dazu zählen auch die Fundstellen der UNESCO-Welterbestätte „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“.

Diese einzigartigen Kulturdenkmäler sind stark gefährdet durch Erosion, Klimawandel, Freizeitnutzung und invasive Arten. Aqua Cultural Heritage widmet sich der systematischen Erfassung, der digitalen Dokumentation und der langfristigen Sicherung dieses Unterwasserkulturerbes in Österreich.

Was macht Aqua Cultural Heritage?

Mit modernen Technologien wie fotografischer 3D-Dokumentation, hochauflösender Sonarverfahren und Umweltmessungen werden archäologische Fundstellen aus verschiedenen historischen Epochen systematisch erfasst und beobachtet. 

Ein zentrales Element des Projekts ist die aktive Beteiligung der Öffentlichkeit. Ansässige, Heimatforscher:innen und Sporttaucher:innen verfügen oft über wertvolles Wissen über ihre Region und Österreichs Gewässer. Ihre Beobachtungen können entscheidend dazu beitragen Fundstellen zu identifizieren, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, und Gefährdungen zu erfassen.

Warum ist das wichtig?

Unterwasserkulturerbe ist besonders sensibel. Organische Materialien wie Holz können unter stabilen Bedingungen über Jahrtausende erhalten bleiben – verändern sich Umweltparameter, schreitet der Verfall oft rasch voran.

Viele Fundstellen sind noch nicht vollständig erfasst oder wissenschaftlich ausgewertet. Gleichzeitig verschwinden fortlaufend archäologische Informationen unwiederbringlich.

Das Projekt Aqua Cultural Heritage soll die Grundlage für eine systematische Dokumentation der Kulturgüter unter Wasser, eine faktenbasierte Bewertung ihres Erhaltungszustands, die Entwicklung gezielter Schutzmaßnahmen sowie eine transparente Wissensvermittlung in Österreich schaffen.

Wie kann ich mich beteiligen?

Alle sind herzlich eingeladen, sich durch die Meldung von Fundstellen und Funden an der Bestandsaufnahme des österreichischen Unterwasserkulturguts zu beteiligen. Jede Fundmeldung zählt und trägt dazu bei, den allgemeinen Wissensstand über Österreichs Kulturgüter unter Wasser auszubauen. 

Dafür wird in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt eine interaktive Webapplikation aufgebaut. Die gesammelten Beobachtungen werden vom Forschungsteam überprüft und in eine nationale Unterwasser-Kulturerbe-Datenbank integriert.

Zudem werden Schulungsprogramme für interessierte Taucher:innen entwickelt, die eine qualitativ hochwertige Fundmeldung gewährleistet, über rechtliche Rahmenbedingungen informiert und eine Weiterbildung zur Kulturhistorischen Geschichte der Gewässer in Österreich bietet.

Sobald die Fundmeldung freigeschaltet ist und Termine für Programme feststehen, werden diese auf der Projektwebsite bekannt gegeben:

www.aquaheritage.at 

Wer über zukünftige, projektbezogene Citizen-Science-Programme informiert werden möchte, kann seine Kontaktdaten senden an:

info@aquaheritage.at

 

Projektleitung und Partner

AquaCulturalHeritage ist ein interdisziplinäres Gemeinschaftsprojekt von Forschungseinrichtungen, Museen und Denkmalpflegeinstitutionen:

Universität Wien – Vienna Institute for Archaeological Science (VIAS)

Projektkoordination, digitale Unterwasserdokumentation, geophysikalische Prospektion

(PI: Immo Trinks)

Kuratorium Pfahlbauten – UNESCO-Welterbestätte „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“

Standortmanagement, Denkmalpflege, Vermittlung

(Co-PI: Cyril Dworsky)

Naturhistorisches Museum Wien

Citizen Science, Öffentlichkeitsprogramme, wissenschaftliche Begleitung

(Co-PI: Karina Grömer)

Österreichisches Bundesdenkmalamt

Langfristige Schutzstrategien, rechtliche Rahmenbedingungen, Handlungsempfehlungen

(Eva Steigberger)

Universität Innsbruck – Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee

Ökologische und umweltwissenschaftliche Begleitforschung

(Markus Möst)

Nachwuchsförderung und Forschung

Zusätzlich werden zwei Doktoratsprojekte gefördert, die sich mit innovativen Unterwasserdokumentationsmethoden (Stefan Krojer) sowie Bürgerbeteiligung und Kulturerbe-Management (Helena Seidl da Fonseca) befassen. 

 

Projektförderung

Aqua Cultural Heritage (Projektnummer: Heritage_2024_09_ACH) wird im Rahmen des Programms Heritage Science Austria 2.0 von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gefördert. Das Programm unterstützt interdisziplinäre Forschung zur Erhaltung des materiellen Kulturerbes und verbindet Geistes-, Natur- und Technikwissenschaften. Das Projekt wurde in einem kompetitiven, international begutachteten Auswahlverfahren als wissenschaftlich exzellent, innovativ und gesellschaftlich besonders relevant bewertet.

Projektstart: 1. März 2026

Laufzeit: 3,5 Jahre.