Manio untersucht die Pfahlbauten im Keutschacher See

1. April 2019

Nachdem wir unsere selbst entwickelte Boje bereits im April 2018 erfolgreich im Mondsee in Oberösterreich eingesetzt haben, war es an der Zeit, einen Belastungstest des Systems vorzunehmen. Der Keutschacher See in Kärnten bietet aufgrund der Lage der Pfahlbausiedlung diese Gelegenheit in ausgezeichneter Weise. Die Reste der Pfahlbausiedlung, die zu den fünf UNESCO-Pfahlbauten Österreichs gehört, liegen auf einer Untiefe sehr zentral im See und sind teilweise mehr als 500 Meter vom Ufer entfernt. Das bedeutet, dass die Funkstrecke zwischen dem U-Boot und der Basis, über die beispielsweise ein Live-Unterwasser-Video zur Navigation und Steuerungssignale gesendet werden, eine große Herausforderung darstellt. Die Boje ragt nur 25 Zentimeter aus dem Wasser und muss die Daten verlässlich und in Echtzeit senden und empfangen.

Die intensive Arbeit der letzten Monate hat sich gelohnt. Die Verbindung zwischen der Boje und der Basis hat in den meisten Situationen verlässlich gearbeitet. Kleine Schwierigkeiten gab es zwischenzeitlich bei leichtem Wellengang. Begleitet wurde das U-Boot im von unseren Schnorchlern Hilmar Bochmann und Huy Do Duc, die immer zur Stelle waren. Aus der Luft gab es ebenfalls wieder Unterstützung. Hier halfen uns Vera Polaschegg und Peter Gregortisch bei den Aufnahmen. So konnten wir die Dokumentation mit einem Multicopter auch noch aus der Vogelperspektive mitverfolgen. An dieser Stelle außerdem nochmal ein großes Dankeschön an die Österreichische Wasserrettung, Einsatzstelle Keutschach, die Team und U-Boot mehrfach bis zur Dokumentationsstelle gefahren haben. Auf diese Weise konnten wir Energie sparen und uns auf die Dokumentation konzentrieren.

Für die Dokumentation waren zwei Tage angesetzt. Das Wetter hätte nicht besser sein können. Am Ende des ersten Dokumentationstages konnten dem interessierten Publikum in einem gut besuchten Vortrag im Schloss-Stadel Keutschach bereits erste Bilder der Pfahlbauten im Keutschacher See gezeigt werden. Beim zweiten Dokumentationstag hatten wir uns aufgrund der Aufnahmen entschieden, nicht wie geplant noch im Hafnersee zu tauchen, sondern weiter Daten der Pfahlbausiedlung im Keutschacher See aufzunehmen. Die Sicht unter Wasser war allerdings mit weniger als 2 Meter mäßig, was die erste Euphorie etwas gedämpft hat. Jetzt heißt es, die Daten auszuwerten und zu schauen, was die intelligenten Algorithmen mit dem Material anfangen können. Daraus werden anschließend weitere Arbeiten abgleitet.

 

Zugehöriges Projekt

Archaeonautic ist eine Projektgruppe an der HTW-Dresden,...

Marco Block-Berlitz ist Professor für Computergrafik an der HTW Dresden in Deutschland

Manio im Keutschacher See. (Bild: Archaeonautic)
Manio im Keutschacher See. (Bild: Archaeonautic)
Das Team am Keutschacher See. (Bild: Archaeonautic)
Das Team am Keutschacher See. (Bild: Archaeonautic)
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Das Kuratorium Pfahlbauten wurde im Jahr 2012 von Bund und Ländern ins Leben gerufen, um den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prehistoric Pile Dwellings around the Alps“ stellvertretend für die Republik Österreich zu betreuen.

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